Land-Atmosphäre-Interaktionen
Gemeinsame Berufung der TU Braunschweig und des GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung
Kontakt:
Tel.: +49 331 6264-1423
Email: torsten.sachs(at)tu-braunschweig.de
Adresse:
IGÖ - AG Land-Atmosphäre-Interaktionen
Technische Universität Braunschweig
Langer Kamp 19c
38106 Braunschweig
Standort:
GFZ
Telegrafenberg
Haus A 70
14473 Potsdam
Wir untersuchen die turbulenten Flüsse von Wärme, Wasserdampf und Kohlenstoff (in Form der Treibhausgase CO2 und CH4) zwischen verschiedenen Geoökosystemen und der Atmosphäre auf einer weiten Spanne von Zeit- (Stunden bis Jahre) und Raumskalen (lokal bis kontinental). Unsere Untersuchungsgebiete erstrecken sich dabei von nahezu unberührten Permafrostlandschaften in Alaska, Kanada, Grönland und Nordskandinavien bis hin zu stark durch den Menschen beeinflussten und z.T. degradierten Moor-, See- und Ackerstandorten in Nordostdeutschland.
Wir nutzen in Umweltobservatorien angesiedelte stationäre Langzeitmessungen, um neben der reinen Quantifizierung der ökosystemaren Kohlenstoffaufnahme und –abgabe Prozesse und zeitliche Trends auf lokalen Skalen zu verstehen, und haben gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern Expertise für flugzeug- und drohnenbasierte Messungen entwickelt, um die räumlichen Muster dieser Stoffflüsse und die Repräsentativität unserer lokalen Messungen im großräumigeren regionalen oder kontinentalen Zusammenhang analysieren zu können.
Im Rahmen des Umweltobservatorien-Netzwerkes TERENO der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren haben wir dazu Langzeitmessungen in einem wiedervernässten Niedermoor (DE-Zrk) und auf Ackerland (DE-Hdn) in Mecklenburg-Vorpommern sowie auf dem Dagowsee (DE-Dgw) in Brandenburg etabliert. Seit Sommer 2024 errichten wir im Rahmen der Projekte BLuMo und WetNetBB in Brandenburg insgesamt fünf neue Messstandorte auf wiedervernässten oder zur Wiedervernässung vorgesehenen Niedermooren mit unterschiedlicher Paludikultur-Nutzung.
Für unsere flugzeugbasierten Messkampagnen in den Permafrostlandschaften Alaskas und Kanadas nutzen wir die Forschungsflugzeuge Polar-5 und Polar-6 des Alfred-Wegener-Institutes. Für die kleinräumiger strukturierten Landschaften Nordostdeutschlands haben wir seit 2018 zusammen mit der Firma Wingcopter und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZAHW) ein einzigartiges drohnengetragenes Messsystem entwickelt, das ab 2025 in mehreren Projekten zum Einsatz kommt.